Gesundheitsstaatssekretär Dr. Alexander Wilhelm besucht die Loreley-Klinik Oberwesel

Gesundheit

Staatssekretär Dr. Wilhelm (SPD) (3. v.l.) nach dem Gespräch mit der SPD und der Geschäftsführung der Loreley-Klinik

Wenn alles gut läuft kann die Einweihung nach dem Umbau im Jahr 2023 erfolgen

Die Loreley-Kliniken St. Goar-Oberwesel wollen ihre beiden Standorte in Oberwesel zusammenlegen. Die Pläne, die Geschäftsführung und Gesellschafter seit Jahren verfolgen, nehmen immer konkretere Formen an.

Auf Einladung der örtlichen SPD hat deshalb ein Gespräch über die beiden Klinikstandorte in St. Goar und Oberwesel stattgefunden, an dem Gesundheitsstaatssekretär Dr. Wilhelm und Vertreterinnen und Vertreter des Krankenhausträgers Marienhaus GmbH teilgenommen haben. Von Seiten der örtlichen SPD wurde vermittelt, dass die beiden Klinikstandorte in St. Goar und Oberwesel eng mit den Menschen am Mittelrhein und auf der Höhe verbunden sind. Das war den Bürgern, aber auch den Beschäftigten und Ärzten stets wichtig.

Folgende Themen wurden behandelt: Die geplanten Baumaßnahmen in Oberwesel, die Zukunft der Intensivstation und die Pläne für das Krankenhausgebäude in St. Goar-Gründelbach.

Reinhold Rüdesheim fragte zu Beginn nach dem Stand der geplanten Baumaßnahmen und der Zuschüsse. Die Sprecherin der Geschäftsführung der Loreley-Kliniken Frau Salihagic erklärte, wie der Umbau erfolgen solle. Die vorbereitenden Arbeiten für die Zusammenlegung der beiden Standorte der Loreley-Kliniken in Oberwesel gehen zügig voran. So hat man in St. Goar eine Interimsküche eingerichtet, die in den kommenden Jahren die Speisenversorgung vor Ort übernehmen kann. Entsprechend kann jetzt mit dem Umbau der Küche in Oberwesel begonnen werden, die für das neue Klinikum die Aufgaben einer Zentralküche übernehmen wird. In diese vorbereitenden Baumaßnahmen hat das Haus aus Eigenmitteln 1,3 Millionen Euro investiert. Bevor der Abriss des jetzigen Bettenhauses in Oberwesel erfolgen kann, müssen die Patienten der Konservativen Orthopädie von Oberwesel nach St. Goar umziehen und dort für die Übergangszeit zusätzliche Patientenzimmer hergerichtet werden. In der etwa dreieinhalbjährigen Bauzeit müssen Patienten und Mitarbeiter in Oberwesel enger zusammenrücken.

Die Ein-Standort-Lösung, also die Zusammenführung der Loreley-Kliniken St. Goar-Oberwesel am Standort Oberwesel, ist ein wichtiger Schritt zur langfristigen Sicherung der wohnortnahen medizinischen Versorgung und trägt wesentlich zum Erhalt der 350 Arbeitsplätze bei. Für dieses Projekt hat das Land Rheinland-Pfalz nach Abstimmung mit den Kostenträgern und der Krankenhaus GmbH St. Goar-Oberwesel beim Bundesversicherungsamt in Bonn einen Antrag auf Förderung im Rahmen des Krankenhausstrukturfonds gestellt. Mit 22 Millionen Euro aus diesem Fonds – jeweils 11 Millionen aus dem Strukturfonds und vom Land Rheinland-Pfalz – soll die Ein-Standort-Lösung in den kommenden Jahren realisiert werden.

Mit der Spezialisierung für Muskuloskeletale Medizin, die weit über Rheinland-Pfalz hinaus einen ausgezeichneten Ruf genießt, verfügt der Standort in Zukunft über ein Alleinstellungsmerkmal. Aktuell ist der Träger noch in Gesprächen mit dem Land, das im Rahmen der aktuellen Neuaufstel-lung des Landeskrankenhausplanes über die Struktur des Krankenhauses und seine Bettenzahl entscheidet.

Die Planungen sind weitestgehend abgeschlossen, die sogenannte HU-Bau wird in den kommenden Tagen fertiggestellt und beim Gesundheitsministerium zur Prüfung und Entscheidung eingereicht. Diese Haushaltsunterlage Bau enthält das komplette Raum- und Funktionsprogramm (Anzahl, Anordnung und Größe der Räume) – wenn alles nach Plan läuft, könnten die Bauarbeiten womöglich noch im Jahre 2019 beginnen und die Arbeiten 2023 abgeschlossen sein. Was mit dem Krankenhaus-Gebäude in St. Goar passiert, sollte bis dahin auch geklärt sein.

Staatssekretär Dr. Alexander Wilhelm betonte, dass die Krankenhaus GmbH mit der Entscheidung, die Loreley-Kliniken am Standort Oberwesel zusammenzuführen, die richtige Weichenstellung für die Zukunft vorgenommen habe. Das sichere nämlich die rund 350 Arbeitsplätze – die Loreley-Kliniken sind der größte Arbeitgeber in der Verbandsgemeinde – und zudem die wohnortnahe medizinische Versorgung der Menschen am Mittelrhein.

Das nächste Thema war die Beibehaltung der Intensivstation oder korrekter gesagt, der Notfallversorgung im Krankenhaus Oberwesel für die Bevölkerung. Denn es ist der SPD sehr wichtig, dass das Krankenhaus in Oberwesel weiterhin eine Anlaufstelle für die Notfallversorgung bleibt. Koblenz wäre u. E. für eine Notfallversorgung selbst bei höchster Qualität zu weit weg. Im April 2018 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) Regeln für ein gestuftes System der Notfallversorgung festgelegt. Dabei handelt es sich um eine entgeltrechtliche Regelung. Definiert werden durch Festlegung der jeweils erforderlichen apparativen, räumlichen und personellen Voraussetzungen drei Stufen der Notfallversorgung. Wird ein Krankenhaus einer dieser Stufen zugeordnet, erhält es entsprechende Zuschläge, erfüllt es die Kriterien selbst auf der Basisstufe nicht, ist es zur Zahlung von Abschlägen verpflichtet.  Unabhängig von diesen vergütungstechnischen Regelungen bleibt jedes Krankenhaus im Rahmen seiner medizinischen Struktur, mindestens aber im Sinne einer Erstversorgung, zur Notfallhilfe weiterhin verpflichtet.

 

Über die Ärzteversorgung wurde ebenfalls gesprochen. Dazu wurde ausgeführt, dass es zurzeit von Seehofer als Gesundheitsminister (also in den 1990er Jahren) eine Ärzteschwemme gab. Damals hat man versucht gegenzusteuern. Jetzt bei umgekehrten Vorzeichen in Zeiten des Ärztemangels braucht man Instrumente, um mehr Ärzte zu bekommen und die auch möglichst für einen Einsatz auf dem flachen Land zu gewinnen, was sehr schwierig ist. Daran wird schon seit längerer Zeit fleißig gearbeitet. Das Land Rheinland-Pfalz entwickelt seit dem Jahr 2007 einen Masterplan zur Stärkung der ambulanten Versorgung. Aktuell hat Ministerin Bätzing-Lichtenthäler eine Landarztoffensive vorgestellt.

 

Gelobt wurde die Geschäftsführung der Klinik dafür, dass sie bei anstehenden Vakanzen in der ärztlichen Leitung frühzeitig Maßnahmen ergreift, um diese Führungspositionen bei den Ärzten adäquat nachbesetzen zu können. 

Das Fazit des Gesprächs fasste Reinhold Rüdesheim zusammen: Alle Beteiligten, Träger und das Ministerium arbeiten intensiv und vertrauensvoll zusammen, um gemeinsam eine gute Lösung für die Gesundheitsversorgung der Menschen am Mittelrhein und im Vorderhunsrück beizubehalten und für die Zukunft zu sichern. Das Gespräch fand in einer sehr offenen und freundschaftlichen Atmosphäre statt.

 
 

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