Demografische Entwicklung

Kommunales

SPD fordert: Kommunalpolitik muss sich auf Bevölkerungsrückgang einstellen
Weniger Bürger und mehr Ältere zwingen zu Konsequenzen.

Auf Antrag der SPD-Fraktion wurden die Auswirkungen der Bevölkerungsentwicklung für die Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel im Verbandsgemeinderat vorgestellt. Über die Präsentation des Statistischen Landesamtes und die Bedeutung für den Kreis hat die Rhein-Hunsrück-Zeitung bereits berichtet.

Die SPD-Fraktion hat die Fakten beraten und Überlegungen für die Zukunft angestellt. Die Bevölkerungsentwicklung für St. Goar-Oberwesel weicht erheblich vom Kreis ab. Weniger Bevölkerung und mehr Senioren bedeuten, nach Ansicht von Reinhold Rüdesheim, Fraktionssprecher im Rat, weniger Schul- und Kindergartenplätze, weniger Steuer- und Gebühreneinnahmen, Wohnungsleerstände und Wertverlust der Wohnungen, weniger Rente als heute, größere Nachfrage nach medizinischer und pflegerischer Versorgung, Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte und vieles Mehr.

SPD fordert: Kommunalpolitik muss sich auf Bevölkerungsrückgang einstellen
Weniger Bürger und mehr Ältere zwingen zu Konsequenzen.

Auf Antrag der SPD-Fraktion wurden die Auswirkungen der Bevölkerungsentwicklung für die Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel im Verbandsgemeinderat vorgestellt. Über die Präsentation des Statistischen Landesamtes und die Bedeutung für den Kreis hat die Rhein-Hunsrück-Zeitung bereits berichtet.

Die SPD-Fraktion hat die Fakten beraten und Überlegungen für die Zukunft angestellt. Die Bevölkerungsentwicklung für St. Goar-Oberwesel weicht erheblich vom Kreis ab. Andere Verbandsgemeinden legen zu, wir müssen aber einen weiteren deutlichen Bevölkerungsrückgang in Kauf nehmen. Die Einwohnerentwicklung war von 1970 bis 2006 sehr unterschied-lich. Damscheid (+ 28,6 %), Perscheid (+ 32,3%), Laudert (+ 25,1 %) und Wiebelsheim (+ 28,6 %), Niederburg (+ 7,8 %) haben zugelegt und St. Goar (- 15,8%) und noch stärker Oberwesel mit Urbar (-16,8%), haben Einwohner verloren. Die Anzahl der Kinder und Jugendlichen wird bis 2015 weiter stark abnehmen, alleine bei den Kindern von 3 - 5 Jahren um 21,1 %und bei den 20 - 39-jährigen um 19,9 %. Der Anteil der ab 40-jährigen wird zulegen, z. B. bei den 40 –59-jährigen bis 2015 um 10 %.

Die Konsequenzen aus diesen Daten sind aus Sicht der SPD heute schon absehbar. Denn weniger Bevölkerung und mehr Senioren bedeuten, nach Ansicht von Reinhold Rüdesheim, Fraktionssprecher im Rat, weniger Kinder, weniger Schul- und Kindergartenplätze, weniger Steuereinnahmen, weniger Gebühreneinnahmen, Wohnungsleerstände, Wertverlust der Woh-nungen, weniger Rente als heute, größere Nachfrage nach medizinischer und pflegerischer Versorgung, Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte und vieles Mehr.

Bernd Heckmann machte darauf aufmerksam, dass das neue Landesentwicklungsprogramm IV auf die veränderte demografische Entwicklung eingeht. Weiter würden die Verwaltungsstrukturen überprüft und reduziert, denn, Verwaltung müsse für die Bürger bezahlbar bleiben. Durch die Reduzierung der Steuereinnahmen müsse es zwangsweise zu Einsparungen kom-men. Dazu gehöre auch, nach Ansicht der SPD-Fraktion, dringend die Schulden jetzt in guten Zeiten abzubauen und sie nicht auf künftige Generationen zu verlagern. Auch könnte die Zusammenarbeit, so Reinhold Rüdesheim, mit anderen Verwaltungen auch heute schon in der Region mehr zur Kosteneinsparung genutzt werden. Ein wichtiges Instrument, sind die enormen Hilfen des Landes bei der Stadtsanierung oder der Dorferneuerung. Die SPD fordert, endlich anzufangen stärker konzeptionell zu arbeiten und ein weiteres Vorzeigeprojekt analog Industriegebiet Wiebelsheim zu entwickeln. Tourismus, z. B.. Aktivtourismus für Wanderer, Radfahrer, Kulturtouristen und Jugendliche könne wesentlich stärker aufgewertet werden, wenn das Kirchturmdenken überwunden wäre.

Trotz notwendiger Sparmaßnahmen dürfe bei der Bildung kein radikaler Kurs gefahren werden, denn Bildung sei eine Investition in die Zukunft. Besonders wegen der Unterversorgung mit Kindertagesstättenplätzen für unter 3-jährige müssten endlich Angebote her. Das böte dann auch die Chance Beruf und Familie besser unter einen Hut zu bringen, bestätigte Maria Hilgert. Die Fortführung und Stärkung der Ganztagsschulen sei ebenfalls richtig.
Weiter wird wegen der steigenden Zahl von älteren Mitbürgern durch medizinischen Fortschritt der Bedarf an bezahlbarer medizinischer Versorgung und Betreuung sowie der Bedarf an Pflegeplätzen zunehmen. Positive Ansätze, wie Seniorenräte, Seniorenbeauftragte und Nachbarschaftshilfen müssten weiter ausgebaut werden, damit die Älteren mit allem Notwendigen versorgt sind und sich wohl fühlen, so Marlies Abele. Barrierefreiheit sei ebenfalls wichtig. Die Senioren, könnten quasi als Gegenleistung, mit ihrer Tatkraft und Wissen der Jugend helfen.

Trotz der durch die demografische Entwicklung notwendigen Veränderungen dürften aber die sonstigen Aufgaben, wie Umweltschutz und Energieeinsparung nicht vergessen werden, erwarten Thomas Feldheim und Hans-Josef Stahl.

 
 

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